Auf Wiedersehen Natur

Die letzten Tage in Bayern stehen an. Ein gutes aber auch ein komisches Gefühl. Am Sonntag laden wir ein und verlassen die Landluft und die Natur, ziehen zurück ins Rheinland nach Bonn. Gerade heute durfte ich wieder einmal erleben, was das Leben in der Natur bedeutet. Ich habe eine Ringelnatter von der Straße gerettet, die leider am Schwanzende schon überfahren wurde. Hoffentlich überlebt sie die Verletzung. Irgendwie ist es etwas Besonderes einem Tier zu helfen. Gerade, wenn man noch nie in freier Wildbahn eine Ringelnatter gesehen hat

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Einige Wochen zuvor habe ich sogar einen Laubfrosch in unserer Gießkanne gefunden. Es kam kaum Wasser raus und plötzlich schaute er vorne raus. Wir haben ihn Udo getauft und wir haben ihn noch lange Zeit Quaken gehört. Einige Tage später war er wieder in der Gieskanne aber obem im Griff. Hat eine Weile gedauert bis ich das Quaken geortet habe. Hier die Bilder der Story.

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Anxiety disorder oder meine Angst in Bilder

Ich frage mich manchmal heute, wie die Sache ausgegangen wäre ohne meine Kunst, meine Malerei und mein kreatives Arbeiten. Das Schreiben zähle ich dazu. Die Sache, wie ich es nenne ist das, was man einfach eine psychische Erkrankung nennt. Eine Angststörung in meinem Fall. Nach der Depression die häufigste psychische Erkrankung. Die Ausmaße und die körperlichen Reaktionen einer Angststörung fallen unterschiedlich aus, können sich über Jahre entwickeln und wie in meinem Fall am Ende extrem ausfallen. Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Panikattacken, Schwindel, Muskelverspannungen und –schmerzen, Tinnitus, Prostataschmerzen, Albträume, Schlaflosigkeit, totale Erschöpfung und eine anteilige, tagesabhängige Depression. Heute und unterstützt durch Medikamente geht es mir besser und ich kann weitgehend meine Tage frei gestalten. Zwar habe ich noch Beschwerden aber nicht mehr in dem Maße wie vor einigen Monaten. Das hilft mir ungemein.

Rückblick: Es ist später Nachmittag im November – ich liege auf dem Bett und spüre mein Herz feste und schnell schlagen. Tausende Gedanken rasen durch mein müdes Hirn. Ich versuche ruhig zu atmen, denke an eine Wiese, auf der ich das hohe Gras an meinen Händen spüre und der Wind leise die Umgebung rauschen lässt. Plötzlich falle ich in eine Art Halbschlaf und schwebe in einem weiten grauen Raum. Keine Fenster, nur schwaches Licht, das künstlich erzeugt das erdrückende Grau der Wände verstärkt. Ich fühle mich angenehm leicht aber auch irgendwie unwohl. Ich habe keine Angst kann aber das Gefühl nicht einordnen. Es ist mir neu. Warum hört das nicht auf?

Am Tag darauf bringe ich das zu Papier, was mir als Vision in Erinnerung geblieben ist.

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Nicht, um den Moment zu verewigen, sondern um mich daran erinnern zu können. Dann, wenn es vorbei ist. Dann, wenn ich es vielleicht vergessen habe.

Meine Arbeiten, gerade die, die in den letzten Monaten entstanden sind, haben mir Halt gegeben. Ich hatte etwas, an das ich mich klammern konnte, wenn der Tag in meinem Kopf dunkel und kalt war. Etwas, das mir Kraft und Mut machte. Menschen, die einen begleiten, für einen da sind, hören dir zu, haben Antworten auf deine Fragen und stützen dich. Doch sie können nicht all das auffangen, was in einem vorgeht und was man zu bändigen versucht. Das, was raus muss aber keinen normalen Weg über die Stimme oder die Gestik findet. Oder man will es nicht auf diesem Weg rauslassen. Genau diese Energie, diese Masse an Überdruck fliest in meine Arbeiten ein. Unbewusst und frei. Gedanken, Ängste und auch Schmerzen verlieren sich in Linien, Formen und Farben. Auch abstrakte Arbeiten sind in dieser Zeit entstanden, die auf ihre eigene Art Emotionen ausdrücken, die sich angesammelt haben.

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Der Hauptteil meiner Arbeiten besteht aus grafisch aufwendigen und komplexen Darstellungen.

Die Konzentration, die Suche nach der Perfektion, das Auseinandersetzen mit einer Idee, einer Form und dem Entwicklungsprozess haben auf der einen Seite mich in der langen Zeit abgelenkt und mir geholfen loszulassen. Loszulassen von dem, was in mir vorging. Auf der anderen Seite erinnern mich meine noch heute präsenten Verspannungen in Nacken, Schuler und Kiefer an die buchstäbliche Verbissenheit, die in meine Kunst und Grafik einfließt. Die Wut, die Angst und auch die Unsicherheit, die bei einzelnen Schritten entsteht, macht mir noch heute zu schaffen. Für den eine ist Malen ein Wochenend- und Feierabendhobby, für den anderen ein Beruf, eine Berufung oder ein Drang mit belastender Perfektion. Dotting als Technik, habe ich in dieser Zeit entwickelt. Medizinische Spritzen mit Kanülen dienen mir als Werkzeug, verlangen absolute Konzentration, Genauigkeit und eine ruhige Hand. Eine falsche Bewegung, und die gesamte Arbeit ist zu Nichte gemacht. Oft genau dann, wenn die letzten Dots anstehen. Eine fast schon meditative Arbeit, die das Ausschalten von Gedanken und Gefühlen fordert und Zufälle nicht zulässt. Nur so gelingt eine Arbeit. Mit Geduld experimentieren und bewusst Zufälle zulassen ist trotzdem die Basis des Gesamtprozesses. Ganz gleich, ob es bei der Vorzeichnung durch den schwungvollen Strich oder beim Test-Dotten auf dem Nebenpapier stattfindet. Der Zufall ist einer der stärksten Mächte des kreativen Arbeitens, je nach Technik und Herangehensweise dominant in seiner Art. Die Konzentration und die Kontrolle folgen erst im nächsten Schritt. Wenn eine Arbeit in einer späten Phase der Erschaffung durch eine falsche Farbwahl, eine falsche Linienführung oder Formgebung oder auch durch einen Fehler zu misslingen droht und meist auch dann misslingt, spüre ich, wie meine Nackenmuskeln sich verspannen, der Schwindel mich überkommt und ich innerlich unruhig werde. Stunden, meist sogar Tage langer Arbeit sind hinüber, dienen im schlimmsten Fall nur noch als Testpapier für Spritze, Feder oder Pinsel. Diese Arbeit, die ich mit Begeisterung, Elan und absoluter Hingabe ausübe, soll von nun an der Mittelpunkt meines Schaffens sein. Die Auseinandersetzung mit der visuellen Vorstellung, den Gedanken und Eindrücken und die darauf folgende Umsetzung in Form einer Arbeit – das ist es, was mein Leben ab jetzt ausmachen soll. Auf der einen Seite ist es die Verarbeitung eines inneren Zustandes, auf der anderen Seite auch die Auseinandersetzung und die Verarbeitung von Geschehnissen, Medienereignissen und der erlebten Zeit der vergangenen Jahre. Abstrakte Arbeiten helfen dabei Entspannung zu erzeugen. Sie geben Freiraum, Distanz zur angestrebten Perfektion und entstehen aus dem Spontanen. Man erlebt den Farbauftrag anders, fliesender und freier. Am Ende steht mir immer ein visuelles Ergebnis gegenüber, dessen Farbe und Form ich mit den Händen ertasten kann. Es ist nicht nur die leichte Erhebung oder Struktur der Farbe, sondern auch die Emotion und die Konzentration, die noch immer spürbar sind. Ganz gleich vor wie langer Zeit die Arbeit entstanden ist. Genau deswegen sind digitale Arbeiten für mich immer seelenlos und falsch. Sie vermitteln kein reales Gefühl. Sie sind kalt.

Wohin auch immer mich das alles führen wird, an den finanziellen und existenziellen Abgrund oder aber in Richtung Erfolg. Ich tue es für mich. Und wenn es das Letzte ist.

Musik für Menschen mit psychischer Erkrankung

Chris Corner ist der Kopf des Musikprojekts IAMX und gehört seit einiger Zeit zu den Menschen, die eine psychische Erkrankung erleben mussten. In seinem Fall „Insomnia“. Sein neues Album Metanoia spricht über die Zeit und ist für all die Menschen, die ebenso betroffen sind und die wissen, was es heißt depressiv zu sein. Endlich ein Künstler, der auf kreative aber auch verständliche Weise das Thema anspricht.

Ein Beitrag zum Album auf:

http://www.reybee.com/iamx/915/

Die aktuelle Single Happiness

Das Gute und das Schlechte sehen

Etwas Ruhe und Frieden musste her. Ab an einen Ort, an dem ich diese Ruhe und den Frieden finde.

Gestern habe ich erfahren, dass ich wohl entweder nur einen geringen Anteil Arbeitslosengeld erhalte oder sogar gar keins. Es steht zwar noch nicht fest, da ich für die Berechnung noch keinen Termin habe aber die Fakten sprechen für sich. Da ich vor meiner Krankschreibung nur ein halbes Jahr gearbeitet habe und davor ein halbes Jahr in der Auszeit war, in der ich natürlich kein Arbeitslosengeld beantragt habe, sieht es schlecht aus. Ich bin 39 und habe über 15 Jahre Vollzeit gearbeitet, war nur nach der Ausbildung zwei Wochen arbeitslos und zwischen zwei Jobs drei Wochen und bekomme nichts für den anstehenden Übergang. Hätte ich in der Auszeit mich nur für einen Tag arbeitslos gemeldet, hätte ich vollen Anspruch. Das wusste ich natürlich nicht. Aber abwarten, was final wirklich rauskommt. Trotzdem bereitet mir die Sache etwas Sorge und das ist nicht gut mit einer Angststörung. Das wäre das Schlechte. Das Gute ist, dass ich damit im Prinzip in eine absolute Muss-Situation rutschen würde. Ich muss erfolgreich sein mit meiner Kunst und mit meiner Arbeit als Mediendesigner. Die anstehende Akquise muss gut verlaufen. Der Druck, der entsteht, ist bestimmt nicht schön aber vielleicht auch nötig. Nach wie vor plagen mich die Nacken- und Wirbelsäulenschmerzen, der Tinnitus, der Schwindel und Unwohlsein aber sie belasten mich weniger. Die Pillen machen mich müde und schlapp, mir fehlt meine Frau, die schon in Köln ist und arbeiten muss und ich will hier nur weg aus dem bayrischen Kaff. Aber ich weiß, dass ich das alles schaffen kann und daher habe ich alle meine Erfolge seit Beginn der Langzeitkrankschreibung aufgelistet.

  • 16 Mai 2015 – Die Designzeitschrift Made in Shoreditch zeigt unaufgefordert zwei meiner Arbeiten auf ihrer Facebook-Seite, so dass ich neue Follower bekomme.
  • Ich habe zu Beginn des Jahres 2015 die Technik „Dotting“ erfunden und damit eine neuer Form der Visualisierung, die ich bisher noch nicht gesehen habe. Das Geheimnis der Technik wird bald veröffentlich.

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  • 16 Juni 2015 – eine meiner Arbeiten kommt auf die tumblr Startseite

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  • 7 Juli 2015 – über ein Portal, in dem ich mein Profil angelegt habe, kommt eine Anfrage für ein Logodesign rein und Status heute habe ich den Auftrag in der Tasche, arbeite daran und konnte sogar weitere Dienstleitung über den Kunden planen. Mein erster Kunde!
  • 31 Mai 2015 – Nach über einem halben Jahr war ich das erste Mal wandern, zwar mit leichtem Schwindel und mit rasendem Puls aber ich habe das Ziel erreicht. Das erste Mal nach langer Zeit und mit Hilfe der Tabletten ging es mir relativ gut. Die Symptome waren weniger present.
  • 29 Juli 2015 – ich war mit dem Rad auf meinem Hausberg in meiner Heimat nach über 1,5 Jahren.

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  • 7 September – der größte Art Blog bei tumblr veröffentlicht eine Arbeit von mir

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  • 8 September – die Firma LAMY veröffentlich auf ihrer Facebook Seite einen Artikel zum Thema LAMY scribble von mir.

Momentan sehe ich keinen Grund ans Aufgeben zu denken. Auch wenn die Dinge seit gestern etwas düster aussehen will ich doch alles dafür tun, die Freiheit zu erlangen, die mir gut tut und die ich brauche.

Sind Träume eine Sünde

Wir verlassen nach knapp zwei Jahren das uns zu konservative und langweilige Bayern und ziehen zurück nach Bonn. Die Segel sind noch nicht gesetzt aber eine Wohnung haben wir schon und spätestens zum 15.10 ziehen wir um. In die Stadt, die wir eben doch lieb gewonnen haben, die mir gut tut und in der wir uns gut fühlen. Es ist kein Weg zurück, sondern ein Weg auf die für meine Frau und mich bessere Seite.

Aber es ist noch mehr passiert. Seit dem 1.9 bin ich offiziell nicht mehr krank geschrieben, war bereits beim wunderbaren Arbeitsamt, um mich offiziell arbeitslos zu melden und trete meiner geplanten und schon aktiven Selbstständigkeit als Mediendesigner und grafischer Künstler entgegen. Jetzt heißt es wieder einmal: Nicht aufgeben und alles geben, was möglich ist. Das Ziel: Die persönliche Freiheit und das Ausbrechen aus dem, was mich krank gemacht hat. Das Ausbrechen, zu dem sich so viele nicht trauen. Vielleicht kann ich andere ebenso animieren, den anderen Weg zu wählen. Der, der für sie richtig ist und der sie gesund macht.

Beim Ordnen meiner kreativen Arbeiten bin ich auf ein altes Tagebuch gestoßen. Ein Tagebuch, das in gewisser Weise den Anfang meiner Probleme darstellt, wie ich lesen konnte. Schon damals ging es mir seelisch nicht gut. Falscher Job, falsche Freundin, falsche Umgebung. Zwei Seiten vielen mir aber sehr positiv auf. Auf der einen Seite habe ich eine Aussage meiner Ex-Freundin verarbeitet. Sie meinte, ich wäre ein Träumer – im Negativen Sinne. Gut, dass ich sie nach einem von ihr verursachten Rosenkrieg und meiner Flucht aus dem Schwabenland vergessen konnte. Doch diese Sätze haben mich auch jetzt wieder zum positiven Nachdenken angeregt und vielleicht helfen diese Worte auch anderen.

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Die zweite Seite ist ebenso positiv, denn ich schreibe über meine heutige Ehefrau, die ich absolut unerwartet und nur durch eine glückliche Fügung des Schicksals kennengelernt habe. Ich musste meine Wohnung in Stuttgart möglichst schnell loswerden und hatte auf meine Annonce in Internet sehr viele Anfragen. Der erste Besucher hat durch die Zusage des Hausverwalters die Wohnung direkt bekommen und ich musste allen anderen, die noch zu Besichtigungsterminen eingeladen waren, absagen. Ich habe aber nicht alle erreicht bzw. hatte ihre Kontaktdaten nicht notiert, so dass ich am zweiten Besichtigungstag da sein musste inklusive Ausrede bzw. Lüge. Zwei Idioten kamen unabhängig aber zu gleichen Zeit und kurz nachdem die Chaoten abgezogen waren klingelt es wieder und meine heutige Ehefrau stand vor der Tür. Sie war die Letzte und brachte mit ihrem Lächeln, ihren Augen und ihrer Erscheinung auch mich zum glücklichen Lächeln. Wir sprachen fast eine Stunde miteinander und ich musste auch sie wegen der Wohnung anlügen. Es gäbe ein Auswahlverfahren nach Punkten, die ich vergebe, dabei war die Wohnung ja schon wieder vermietet. Die Wohnung hat sie daher nicht bekommen dafür aber den Vormieter. Noch heute erfreuen wir uns dieser Geschichte und erzählen sie gerne. Ich hatte Glück erlebt. Glück, an das ich immer denken werde, wenn es nicht so gut läuft und man aber weiter machen muss.